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ZERO (LESS) WASTE BATHROOM | Plastikfrei & ästhetisch

12. Januar 2019
Zero (Less) Waste Bathroom ǁ fink & feder

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Über das Thema „Zero Waste Bathroom“ wollte ich schon ganz lange einen Artikel schreiben. Allerdings war ich bisher noch nicht so weit, dass ich mit meinem aktuellen Stand zufrieden bin. Hier noch ein Plastiktübchen, dort noch eine Verpackung zu viel, und so weiter. Auch jetzt bin ich noch längst nicht am Ende, aber inzwischen gibt’s nur noch wenig Plastik in meinem Bad und deshalb habe ich jetzt diesen Artikel über ein Zero (Less) Waste Bathroom für Euch.

ökologischer, gesünder, ästhetischer

Mit einem plastikfreien Badezimmer helft ihr nicht nur der Umwelt durch den Verzicht auf Plastik und Chemie, es ist auch gesünder für Eure Haut und Euer Haar und noch dazu sieht so ein Bad ohne bunte Plastikflaschen und –tuben viel ästhetischer aus. Anstatt dessen gibt´s schöne natürlich duftende Seifen, Holzschalen und Glasfläschchen.

DER WEG ZU EINEM ZERO (LESS) WASTE BATHROOM

Zero (Less) Waste Bathroom ǁ fink & feder

Zahnpflege

Zahnbürsten aus Bambus

Anstatt Plastikzahnbürsten gibt es schöne und plastikfreie Zahnbürsten aus Bambusholz, die (teilweise) kompostierbar sind. Diese sind auch nicht in Plastik verpackt, sondern werden in Papier verpackt oder komplett ohne verkauft, zum Beispiel im Verpackungsfrei-Laden. Bei den meisten dieser Bambuszahnbürsten sind die Borsten zwar (noch) aus Nylon und somit nicht kompostierbar. Die Zahnbürsten von Hydrophil und Ecobamboo haben aber zum Beispiel eine Bürste mit Borsten aus einer Rizinusöl-Lösung, die tatsächlich kompostierbar sind.

SWAK-Zahnbürsten

Die SWAK-Zahnbürsten sind aus dem Zahnputzholz Miswak, das von Natur aus antibakteriell ist und ganz viele gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe bereithält. Diese Methode habe ich allerdings noch nicht ausprobiert, steht aber definitiv auf meiner Liste.

Zahnpasta

Hier gibt’s verschiedene Möglichkeiten, aber alle haben eins gemeinsam: Sie schäumen nicht annähernd so, wie herkömmliche Zahnpasta. Das ist aber nicht schlimm, denn allein durch den Schaum werden die Zähne nicht sauberer, sondern ganz allein durch die Inhaltsstoffe.

Zahnputzpaste mit Kurkuma

Hier habe ich Euch vor einigen Monaten schon mal das Rezept gepostet. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig – das gebe ich zu – da das Natron etwas salzig schmeckt und man das Kurkuma herausschmeckt. Ich habe auch erstmal einige Tage gebraucht, bis ich mich an diesen Geschmack gewöhnt habe, aber dann fand ich sie echt super. Probiert es einfach mal aus und entweder bleibt ihr dabei oder Ihr entscheidet Euch für eine andere Lösung. Viele Wege führen ja nach Rom, nicht wahr?

Zahnputzpulver

Das kann man entweder kaufen oder ebenfalls selbst herstellen, nach dem Rezept hier.
Einfach die Zahnbürste nass machen, in das Pulver dippen und die Zähne wie gewohnt putzen.

Zahnputztabs

Diese sogenannten Denttabs gibt’s entweder in Unverpackt-Läden oder Onlineshops oder sogar in einigen Apotheken. Die Tabs werden im Mund kurz zerkaut, damit sie sich auflösen und  dann kann man auch hier wie gewohnt die Zähne putzen. Ich mag die Zahnputztabs total gern, weil sie schön frisch schmecken, nicht so scharf sind wie Zahnpasta und auch super für unterwegs sind. Anstatt eine ganze Tube Zahnpasta mitzunehmen, packt man einfach die benötigte Anzahl an Tabs ein.

Zahnseide

Anstatt Zahnseide aus Kunststoff im Kunststoffspender zu kaufen, gibt es auch Zahnseide, die tatsächlich aus Seide und mit Bienenwachs überzogen ist. Diese Seide gibt’s im Glasflakon mit Metalldeckel zu kaufen.

Hautpflege

Zero (Less) Waste Bathroom ǁ fink & feder
Duschen

Beim Duschen habe ich schon ganz lange auf Seife umgestellt. Ich habe mich einfach durch verschiedene Naturkosmetik-Seifen getestet und probiere auch immer wieder neue aus. Durch die Seife wird die Haut rückgefettet und ich benötige seither keine Bodylotion mehr.

Cremen – nur bei Bedarf

Wenn ich doch mal sehr trockene Haut habe oder einfach Lust auf etwas Hautpflege habe, dann nehme ich einfach etwas Sonnenblumenöl und creme mich damit ein. Das Öl ist super auf der Haut zu verteilen, macht die Haut geschmeidig und zieht sehr schnell ein.

Gesicht

Auch fürs Gesicht verwende ich oft einfach nur Sonnenblumenöl anstatt Creme. Ich hatte zuerst Bedenken, dass ich danach total glänze, aber das Öl zieht erstaunlich gut ein und hinterlässt keinen Fettfilm, sondern macht die Haut richtig schön geschmeidig. Auch das Abschminken funktioniert super mit Sonnenblumenöl. Einfach das Öl auf ein – am besten wiederverwendbares – Abschminkpad geben und abschminken. Die Abschminkpads könnt Ihr auch ganz einfach aus Frotteestoff selber machen. Oft schminke ich mich aber einfach nur mit Wasser ab, da mein Mascara von Terra Naturi wasserlöslich ist und die Haut wasche ich mit Alepposeife oder einer anderen Naturseife.
Ab und zu verwende ich auch die Gesichtscreme und Reinigungsmilch von alverde naturschön vom DM, die finde ich auch super. Die Produkte sind in Gläschen oder Fläschchen, die man danach super weiterverwenden kann für Öl oder Seife und der Preis ist voll in Ordnung.

Füße

Für trockene und rissige Füße könnt Ihr einfach Kokosöl nehmen. Dafür ein erbsengroßes Stück Kokosöl in der Hand verreiben und die Füße damit eincremen. Nach einigen Malen eincremen sind die Füße richtig schön weich und Hornhaut bildet sich nicht mehr so schnell. Zudem riecht Kokosöl so ein bisschen nach Urlaub – herrlich!

Deo

Als Deo verwende ich selbst hergestelltes Sprüh-Deo. Das Rezept findet Ihr hier.

Rasieren

Puuh, das Rasieren… eine ganz schöne heikle Angelegenheit. Um rauszufinden, was für ein Rasierer für mich passt, hat mich zeitweise etwas blutärmer gemacht. Aber überspringt jetzt bitte vor Schreck nicht gleich den Absatz – so schlimm war es dann doch nicht.

Bisher benutzte ich einen Gilette-Rasierer mit Wechselklingen, der auch echt gut funktioniert. Allerdings ärgere ich mich jedes Mal beim Nachkaufen der Klingen über den vielen Müll, in den die Klingen verpackt sind und zudem bestehen die Klingen selbst ja auch aus ziemlich viel Plastik.

Der umweltschonendste Rasierer überhaupt ist ein Rasierhobel aus Edelstahl mit Wechselklingen aus Metall, die man lediglich in dünnes Papier verpackt zu kaufen bekommt und sehr lange scharf sind.

Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen, mir so einen Rasierhobel zu bestellen. Schon allein das Wort hört sich ein bisschen angsteinflößend an und das Aussehen macht es auch nicht besser. Da ist nichts mit zarten Farben und weichen Linien, um auf eine sanfte Rasur zu verweisen. Da ist ein schlichter, grober, scharfer Edelstahlrasierer. Punkt. Ich fand ein Modell, das tatsächlich den Namen „Sissi und Franz“ trägt und das hörte sich ja mal nicht soooo brutal an. Ich gab „Sissi und Franz“ eine Chance und bestellte ihn.

Nach dem ersten Ausprobieren war ich wirklich positiv überrascht, dass auch Stellen wie Knie und Knöchel recht gut zu rasieren sind. Aber Vorsicht! Mit dem Rasierer kann man nicht mal schnell und hoppla hopp die Beine rasieren. Man sollte sich immer ein bisschen Zeit lassen und ganz vorsichtig sein. Ich habe mich dann doch das ein oder andere Mal geschnitten und auf so einen glatten Schnitt mit dem Rasierer kann man wirklich verzichten.

So ganz dicke Freunde wurden der Rasierhobel und ich noch nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

NACHTRAG| Ich habe noch einen neuen Rasierer entdeckt! Eine gute Alternative zwischen herkömmlichen Rasierer & Rasierhobel. Hier entlang zum kompletten Artikel.

Haarpflege

So jetzt kommen wir zum schwierigsten Teil – der Haarpflege. Bei Männern ist das keine so komplizierte Angelegenheit, bei uns Mädels sieht´s da ein bisschen anders aus. Hier etwas an meiner Gewohnheit zu ändern, hat mich erst mal etwa Überwindung. Meine Haare sind sehr dünn und glatt und ich habe immer Shampoo und Schaumfestiger benutzt. Spülung habe ich selten benutzt, da ich das Gefühl hatte, dass meine Haare dann noch dünner wurden.

Haarseife anstatt Shampoo

Irgendwann habe ich mir aber mal ein Herz gefasst und Haarseife ausprobiert – und seither gibt’s nichts mehr anderes für mich. Ich habe kein einziges Mal mehr Shampoo verwendet, weil es für mich nichts Besseres als Haarseife gibt. Meine Haare sind seither viel griffiger und haben endlich guten Halt. Sogar meiner Friseurin ist gleich aufgefallen, dass meine Haare viel dicker wirken. Bei der ersten Verwendung von Seife kann es erstmal vorkommen, dass die Haare etwas fettig sind, oft bis zu zwei Wochen. Das liegt ganz einfach daran, dass der natürliche Fettfilm auf der Kopfhaut von herkömmlichen Shampoos weggewaschen wird und die Kopfhaut nach jedem Waschen wieder nachfettet. Da Seife ph-neutral ist und diese Fettschicht eben nicht wegwächst, die Kopfhaut aber trotzdem erst mal noch nachfettet, wird sozusagen doppelt nachgefettet. Deshalb kann sein, dass die Haare gerade am Ansatz fettiger sind. Das dauert ein paar Tage und dann hat sich die Kopfhaut umgestellt und fettet nicht mehr so viel nach. Ich hatte das Glück, dass meine Haare nicht wirklich fettiger waren, aber das ist denke ich von Kopf zu Kopf unterschiedlich.

Die Handhabung von Seife ist natürlich etwas anders als Shampoo, aber nicht komplizierter. Die Haarseifen haben meistens eine handliche Größe und man fährt mit der nassen Seife einfach einige Male übers Haar, bis sie zu schäumen beginnt und dann kann man den Seifenschaum ins Haar kneten und ausspülen. Ich habe meine Haarseife von Savion, dort gibt es für wirklich jeden Haartyp verschiedene Seifen, die allesamt richtig fein riechen und ich bin voll zufrieden mit den Seifen.

Spülung – Saure Rinse

Beim Haare waschen mit Seife wird die Haarstruktur etwas aufgeraut und die Haare lassen sich nicht mehr so gut durchkämmen, sie sind etwas störrischer. Ganz lange habe ich das einfach akzeptiert und halt eben länger fürs Kämmen gebraucht. Bis ich auf die „Saure Rinse“ gestoßen bin. Man spült die Haare einfach mit Essig oder Zitronensaft aus. Ich habe bisher nur die Variante mit Essig ausprobiert. Dazu nehmt Ihr einfach eine leere 0,5 Liter-Flasche, gebt 2 EL Apfelessig hinein und füllt die Flasche mit kaltem Wasser auf. Diese „Rinse“ gebt Ihr nach der Seifenwäsche über Eure Haare und spült sie nicht mehr aus. Keine Angst: Sobald die Haare trocken sind, verflüchtigt sich der Essig-Geruch. Durch die Rinse wird die Haaroberfläche geglättet und glänzt wieder richtig schön. Ich war vom Ergebnis total verblüfft. Erstens sind die Haare total leicht zu kämmen, richtig weich und sie bekommen einen richtig tollen Glanz. Einfach, effektiv und supergünstig. Da kann man nix falsch machen.

Spitzenpflege

Wenn Ihr Euren Haaren zusätzlich noch ein bisschen Pflege mitgeben möchtet, könnt Ihr einen Tropfen Arganöl in den Spitzen – oder bei trockenem Haar ins ganze Haar – verreiben.

Bürste & Kamm

Ich verwende für meine Haare eine Holzbürste mit Naturborsten und einen Stielkamm aus Flüssigholz. Besonders schön sind Kämme aus reinem Holz, aber da ich für meine Haare eigentlich gar keinen Kamm brauche, habe ich da noch keinen im Sortiment.

FRAUENSACHE

Eine inzwischen sehr bekannte und beliebte Alternative zu herkömmlichen Tampons, sind Menstruationstassen wie zum Beispiel diese hier. Diese sparen Müll, da sie wiederverwendbar sind und sie haben den Vorteil, dass man nichts nachkaufen muss, um immer Vorrat zu haben – eine reicht hier vollkommen aus. Zudem kommen sie ohne Chemikalien aus.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich bisher selbst noch keine ausprobiert habe. Von Freundinnen höre ich aber nur Positives. Ich werde das auf jeden Fall noch ausprobieren.

Fazit

Ihr seht, auch im Badezimmer geht das Müllsparen gar nicht so schwer. Und das Gute ist, man muss ja nicht gleich alles auf einen Schlag umsetzen. Es sind die kleinen Schritte, die schon viel bringen. Wenn man bereit ist, etwas auszuprobieren, macht man das und wenn man sich bei etwas nicht sicher ist, dann verschiebt man es eben auf später. Aber ich fand das Ausprobieren so spannend, dass ich es kaum erwarten konnte, wieder etwas Neues zu testen. Ich bin zwar immer noch nicht ganz bei Zero Waste, aber definitiv ein ganzes Stück näher – und das fühlt sich echt gut an.

Wie ist das bei Euch so? Was habt Ihr schon ausprobiert? Was juckt Euch unter den Nägeln? Habt Ihr noch einen guten Tipp für mich? Oder habt Ihr noch Fragen? Ich freu mich über einen Kommentar von Euch.

Ich wünsche Euch auf jeden Fall viel Spaß beim Ausprobieren und hoffe, es bereitet Euch genauso viel Freude, wie mir.

Habt es schön & bis ganz bald,

Bianca

Zero (Less) Waste Bathroom ǁ fink & feder

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